Sehnsuchtszeilen (15. August 2020, Landesmuseum Stuttgart)

Nachdem die Lesung der Textcollage über Sehnsucht im März 2020 ausfallen musste, wird sie nun doch noch nachgeholt. Irene Baumann, Jonathan Springer und ich werden im Rahmen von „Sommer im Schloss“, dem Sommerfestival des Landesmuseums Stuttgart auftreten.
Hier der ursprüngliche Ankündigungstext:
„Und schon die Minne konnte ein Lied davon singen: „Dû bist mîn, ich bin dîn“ – als eines der großen und tiefen Gefühle, quälend, schmerzhaft und bittersüß, lebt die Sehnsucht in ihrer Spannung aus Selbstbezogenheit, aus Sucht- und Seufzbewegungen auf der einen und der idealisierten Adressierung an ein meist weit entferntes Gegenüber auf der anderen. 2004 schaffte sie es sogar auf das Siegertreppchen um das schönste deutsche Wort auf Platz 3. Dabei bedeutete das mittelhochdeutsche „senen“ einst so viel wie „schlaff sein, unglaublich müde sein“. Die Romantik hat in den Künsten und in der Literatur durch Dichter wie Hölderlin, Eichendorff und Novalis’ blaue Blume der Sehnsucht neu zum Blühen gebracht. „Die romantische Sehnsucht liebte die Sehnsucht selbst. Man will gar nicht ankommen, sondern man will das Gefühl der Sehnsucht auskosten, denn das Ankommen könnte ja enttäuschend sein“, so der Romantikforscher Rüdiger Safranski. Große Sehnsuchtszeilen für Sie ausgewählt – quer durch die Lyrik- und Literaturgeschichte bis in die Gegenwart, eingeführt und kommentiert von Beate Tröger, Lyrikspezialistin und Literaturkritikerin.“
Und die Informationen zur Veranstaltung finden sich hier.

Unter Sternen: Norbert Hummelt und Yevgeniy Breyger (09. Juli 2020, Hospitalkirche Stuttgart)

Eine Kooperation des Literaturhauses Stuttgart mit der Evangelischen Kirche in der City und dem Schriftstellerhaus.

„Unter Sternen“ verbindet strahlende Schönheiten zeitgenössischer Poesie mit ihren leuchtenden Vorfahren der Literaturgeschichte. Zeitgenössische Dichter*innen entwickeln in ihren Texten Klang- und Bildlandschaften, die immer auch schimmernde, leuchtende Anleihen aus der Literaturgeschichte sichtbar, hörbar werden lassen. Im Late-Night-Sommerformat „Unter Sternen“ greifen wir diese Landschaft der lyrischen Resonanzen auf und verbinden Lesungen aktueller Texte mit alten Texten, auf die sie sich beziehen. In diesem Jahr sind die Dichter Norbert Hummelt und Yevgeniy Breyger zu Gast. Von Norbert Hummelt, der neben seiner vielfach ausgezeichneten Lyrik auch als Übersetzer von Inger Christensen und T.S. Eliot in Erscheinung tritt, erschien in diesem Frühjahr sein neuer Gedichtband „Sonnengesang“ im Luchterhand Verlag. Yevgeniy Breyger, 1989 in Charkiw, Ostukraine, geboren, wurde 2019 mit dem bedeutenden Leonce-und-Lena Preis für seine Lyrik ausgezeichnet. Auch er ist als Übersetzer tätig und lebt und arbeitet in Frankfurt. 2016 erschien sein Debütband „flüchtige monde“ bei kookbooks. Von Oktober bis Dezember 2020 ist er Stipendiat im Stuttgarter Schriftstellerhaus.

Mit Norbert Hummelt und Yevgeniy Breyger (Lesungen), Beate Tröger (Moderation), Michael Sattelberger (Musik)