Fremd und vertraut. Unterwegs in Paris mit der Schriftstellerin Anne Weber (7. September 2025, 14:05 Uhr, SWR Kultur)

Ein Paris, wie man es nicht kennt, Streifzüge durch die Banlieue abseits der touristischen Routen. Mit Anne Weber war ich im März 2025 unterwegs auf einer Entdeckungsreise  auf den Spuren ihres 2024 erschienenen Romans „Bannmeilen“.

Nur wenige Kilometer Luftlinie trennen das grelle Heulen der Drogenhändler, die in der Pariser Banlieue vor der Polizei warnen, vom Läuten der Glocken der romanischen Église Saint-Sulpice im vornehmen Quartier de l’Odéon.

Dazwischen liegen Welten.

Nachzuhören ist das Feature hier

Willkommen auf meiner Seite!

Nach Stationen im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bei der Berliner Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, dem Neuen Tag in Weiden und der Zeitschriftenredaktion von Schott Music in Mainz, rezensiere ich für Print (Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Freitag, Frankfurter Hefte, mare, Rheinpfalz), für ZEIT online, das Signaturen-Magazin und für den Hörfunk (DLF, SWR, WDR) und schreibe regelmäßig Features für den SWR.

2026 bin ich in den Monaten März und April Max Kade critic in residence an der Washington University St. Louis.

2025 wurde ich mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.
Nachlesen kann man die Laudatio von Katrin Schuster, Referentin der Direktion der Münchner Stadtbibliothek, hier, meine Dankesrede hier.

Beratend und moderierend gehöre ich seit 2023 zum Team des Poet:innenfests Erlangen.

Seit 2019 bin ich Redakteurin des Kulturteils der Frankfurter Hefte.

Regelmäßig moderiere ich im Hessischen Literaturforum, Frankfurt am Main, in den Literaturhäusern Frankfurt, Freiburg, Stuttgart und Wiesbaden und im Haus für Poesie, Berlin.

Ich gehörte bzw. gehöre folgenden Jurys an:

für den Wortmeldungen-Preis für kritische Kurzprosa der Crespo-Foundation (2026/2027),
für den Arno Reinfrank-Preis (ab 2026),
für die Schillerstiftung,
für den Open Mike 2025 (Vorjury),
für die Vergabe der Aufenthaltsstipendien im Bereich Literatur für das Künstlerhaus Edenkoben (seit 2025),
für den Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt (Lektorat/Vorjury, seit 2024),
für den Bettina-Brentano-Lyrikpreis (seit 2024),
für den Horst-Bienek-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (seit 2024),
für die Villa-Aurora-Stipendien für Literatur, Los Angeles (seit 2024),
für die SWR-Bestenliste (seit 2019),
für den Orphil-Preis der Stadt Wiesbaden (2018-2024),
für den Peter-Huchel-Preis des SWR und des Landes Baden-Württemberg (2019-2022),
für das „Buch des Monats“ Darmstadt (seit 2020),
für den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau (seit 2018),
für den 2019 vergebenen Gertrud-Kolmar-Preis,
sowie in den Jahren 2018 und 2020 bis 2022 für den GWK-Förderpreis Literatur.

Außerdem bin ich Gründungsmitglied des Vereins zaesur. Poesiekritik e.V.

An der Justus-Liebig-Universität Gießen, am DLL, dem mediacampus, Frankfurt am Main und in der Berliner Akademie für Lyrikkritik hatte bzw. habe ich Lehraufträge für Literaturkritik und zur Gegenwartsliteratur mit einem Schwerpunkt auf der deutschsprachigen Gegenwartslyrik.

Studiert habe ich in Germanistik, Anglistik und Theater- und Filmwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Freien Universität Berlin.
Dort habe ich im Juni 2000 mein Studium mit einer Arbeit über Paul Celans Büchner-Preis-Rede „Der Meridian“ abgeschlossen.

Nachrichten und Anfragen sind willkommen.

Im Wasser. Autoren erzählen vom Schwimmen (Feature, SWR, 2024)

„Im Wasser ist man ganz im Hier und Jetzt. Und beim Schwimmen öffnen sich Gedankenräume“, sagt die Schriftstellerin Kristine Bilkau. Sie zieht bei jedem Wetter ihre Bahnen in einem Hamburger Bad. Und hat in ihrem Essayband „Wasserzeiten“ über die Leidenschaft fürs Schwimmen geschrieben.

Schon lange bewundert die Autorin Marion Poschmann die Eisbadenden, die sich bei Frost und Schnee in den Berliner Seen tummeln. Seit der Corona-Pandemie ist sie selbst Winterschwimmerin. Die Erfahrung dieses Extremsports ist in eine Figur in ihrem aktuellen Roman „Chor der Erinnyen“ mit eingeflossen. Die passionierte Schwimmerin und Lyrikerin denkt auch über Atemrhythmus und Versmaß nach.

In seinem Debütroman „Vom Wasser“ erzählte John von Düffel 1998 von einem, der das Schwimmen liebt. Düffel war in seiner Jugend Leistungsschwimmer; Wasser ist ein zentrales Element in seinem Werk. Bis heute ist Schwimmen für ihn das beste Korrektiv, auch für die Irrtümer und Abwege am Schreibtisch. Das Eintauchen ins Wasser hat für ihn Ähnlichkeiten mit dem Eintauchen in die Fiktion.

Die Lyrikerin und Essayistin Moniak Rinck hat in ihrer Poetikvorlesung 2015 in Münster ein Kapitel dem Schwimmen gewidmet. Sie zieht Parallelen zwischen einer Schwimmfibel, die den Bewegungsstil im Wasser verbessert, und einem Gedicht, das die Sprache verbessern kann. Sie schätzt besonders die Selbstvergessenheit, mit der man seine Bahnen zieht.  

Das Feature erzählt von der Schwerelosigkeit im Wasser, vom Gleichmaß der Bewegung – und davon, wie die Leidenschaft fürs Schwimmen das Schreiben beeinflusst.  Geschrieben habe ich es mit dem Ausblick, der auf dem Foto zu sehen ist. Hier kann man es hören.

Fee Nummer 13. Eine Anthologie (ELIF Verlag 2022)

Zwischen Januar 2020 und März 2022 entstand diese Anthologie, die sich mit der Figur der ungebetenen Fee aus dem Märchen vom Dornröschen auseinandersetzt. Die Gedichte, Essays und Gespräche darin kreisen um die Willkür des Nicht-Einladens, die Wut der Nichteingeladenen, die Frage, wie Ausschluss produktiv werden kann, und um Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Schreibens. Ich freue mich, dass so viele zu dieser Anthologie beigetragen haben. Ab Ende September ist die Fee Nummer 13 für alle da und kann im Buchhandel oder im Webshop des ELIF-Verlags erworben werden, letzteres hier.

Gespräch mit Ulrikka S. Gernes zu „Kamikaze“, Poesiefestival Berlin, Dänische Botschaft, 5. Juni 2026

Ulrikka S. Gernes (geboren 1965 in Ängelholm, Schweden) ist eine dänische Schriftstellerin und Lyrikerin. Sie wurde in Schweden als Kind dänischer Eltern geboren und zog im Alter von 22 Jahren nach Kopenhagen, wo sie heute noch lebt. Sie debütierte mit dem Gedichtband Natsværmer (Nachtfalter), als sie gerade einmal 18 Jahre alt war. Es folgten zehn weitere Bände, der jüngste erschien 2012 unter dem Titel Flosset opus for strygere & blæsere (Zerfleddertes Werk für Streicher und Bläser). Von ihrem 2012 verstorbenen Übersetzer Hanns Grössel, der sich unter Kolleg:innen einen fast schon legendären Ruf durch seine Übersetzungen von Inger Christensen und Nobelpreisträger Tomas Tranströmer erwarb, liegt eine fertige Fassung ihres im Original 1999 erschienenen Buches Kamikaze vor. Darin verarbeitet Gernes die Nachwirkungen des langsamen Sterbens einer ihr nahestehenden Person und überträgt das Erlebte in kühne, eindrückliche Bilder, etwa wenn es am Ende eines der Gedichte heißt: „Steht die Geschichte deines Lebens / schon geschrieben im Staub auf dem Flügel / eines Kamikaze-Nachtfalters, / der trunken vor Glück in derselben Sekunde / im Flug seiner Vereinigung mit dem Mond / dem Wasserspiegel entgegenstürzt?“

Jetzt ist mit Ein Mädchen verließ das Zimmer (Gutkind Verlag, 2026; deutsche Übersetzung: Ursel Allenstein) erstmals ein Roman von Ulrikka S. Gernes erschienen, der international für Furore sorgt. Gernes’ Prosa verrät auf jeder Seite das Temperament und Sprachgefühl der Lyrikerin. Das Buch erzählt im Rückblick die Geschichte eines schleichenden Missbrauchs im linksalternativen Milieu der 1980er-Jahre. Die Erzählerin, die damals 14-jährige Tanja, geht ein Verhältnis mit einem deutlich älteren Schriftstellerfreund der Eltern ein. Erstaunlich ist, dass sich dies anscheinend mit Billigung der Familie vollzieht – unter dem Deckmantel einer libertinären Sexualmoral, die sich aufgeklärt gibt und gleichzeitig die Augen vor einer offenkundigen Straftat verschließt.

Ulrikka S. Gernes liest aus ihrem Roman und wird von der Literaturkritikerin Beate Tröger dazu befragt. Außerdem stellt sie einige neuere Gedichte vor, die von Ursel Allenstein eigens für diese Veranstaltung übersetzt wurden.

Die Veranstaltung wird dänisch-deutsch gedolmetscht.
Mit freundlicher Unterstützung von ECHOO Konferenzdolmetschen

Wortmeldungen. Gespräch mit Volha Hapeyeva und Liv Thastum, Crespo Foundation, 27. Mai 2026

Identität und Zugehörigkeit reflektieren, in Landschaften auf Spurensuche gehen, Sprachen erproben und kombinieren – dies sind Themen und Herangehensweisen, die in den Texten „åben die erda“ von Liv Thastum und „Wörterbuch einer Nomadin“ von Volha Hapeyeva zentral sind. Auch wenn das eine ein Lyrik- und das andere ein Essayband ist, so scheinen sie sich doch gegenseitig zu belegen, zu kommentieren, zu ergänzen. Über diese besondere Verbindung beider Arbeiten bringt die Moderatorin Beate Tröger die Autorinnen ins Gespräch.

Volha Hapeyva hat 2022 den WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis für ihren Essay „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“ verliehen bekommen. Liv Thastums Text „Abzulegen, das Blau“ wurde 2024 mit dem WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Förderpreis ausgezeichnet.

Vortrag zu Peter Waterhouse „Z Ypsilon X“ – Ein Symposion, Mürzzuschlag, 21. bis 24. Mai 2026

Zehn Jahre hat Peter Waterhouse an seinem dreibändigen opus magnum „Z Ypsilon X“ geschrieben, in einem Symposion sollen dessen Poetik befragt und Lesewege durch die Themen dieses Werks gelegt werden.

22.5.2026 kunsthaus muerz / clix:

9.30–12.30 Uhr: Angelika Klammer, Beate Tröger & Barbara Siller

14.00–16.00 Uhr: Arno Dusini, Miriam Rainer

16.30–18.00 Uhr: Gesprächsrunde Richard Obermayr und alle Referent:innen des ersten Tages

19.00 Uhr: Peter Waterhouse: Kurzlesung zum „Kommissar“ Tod einer Zeugin Vorführung der Folge 16 der Fernsehserie „Der Kommissar“

Samstag, 23.5.2026 kunsthaus muerz / clix

9.30–12.30 Uhr Vincenza Scuderi: „Werdende Welt“: Analogie und Teleologie der Sprache in „Z Ypsilon X“ David Frühauf: Schickungen Dana Pfeiferová: Švejk und der andere Bürgerkrieg. Tschechische (Sprach-)spuren und böhmische Dörfer in „Z Ypsilon X“

14.00–16.00 Uhr: Christian Thanhäuser, Joseph Thanhäuser: Sprache und ihre visuelle Übersetzung Andreas Trojan: C Beta A – Die Stille stillt

16.30–18.00 Uhr: Gesprächsrunde mit: Richard Obermayr und alle Referent:innen des zweiten Tages

19.00 Uhr: Lesung aus „Z Ypsilon X“. Natascha Gangl und Thiemo Strutzenberger Einführung: Kurt Neumann.