Kinga Toth „Mariamachina“. Gedichte, DLF, 12 Juli 2026

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Lektüren von Texten der 1983 in Sarvar in West-Ungarn geborenen Kinga Toth. Sie war 2022 unter den fünf Finalistinnen für den WORTMELDUNGEN-Essaypreis der Crespo Foundation und las damals aus ihrem Text „Mondgesichter“ über Menschen mit chronischer Krankheit, es waren eigenwillige poetische Prosaminiaturen, von denen aufgrund ihrer Genauigkeit in der Sprache, die mich an Kinder denken ließ, die ganz und gar in das Zeichnen eines Bildes vertieft sind.

Seitdem habe ich Kinga Toths Schreiben verfolgt. Für den Text „OstblockMädl“ erhielt sie in diesem Jahr in Klagenfurt den Kelag-Preis. Im Deutschlandfunk habe ich im Anschluss daran ihren Gedichtband „Mariamachina“, der bei Matthes&Seitz erschienen ist, rezensiert, als Buch der Woche, das heißt, mit viel Zeit für Genauigkeit.

Nachzuhören ist der Beitrag hier.

Über „Die gestundete Zeit“ von Ingeborg Bachmann, Portal des Goethe-Instituts, 28. Juni 2026

Ingeborg Bachmann suchte bereits früh nach einer eigenen und genauen Sprache. Aus dieser Suche gingen zu Beginn ihres Schaffens jene Gedichte hervor, die 1953 unter dem Titel Die gestundete Zeit erschienen. Am 26. Dezember 1952 notiert die damals 26-jährige Autorin, warum schnelles Verstehen, das Wiedererkennen derselben Sprache bei anderen ihre eigene Bereitschaft zum Sprechen mindere: „Ich glaube, es liegt daran, daß die schnellgefundene Sprache schnell zum Spiel und zur Unverbindlichkeit, ja zur Ungenauigkeit verleitet.“

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Willkommen auf meiner Seite!

Nach Stationen im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bei der Berliner Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, dem Neuen Tag in Weiden und der Zeitschriftenredaktion von Schott Music in Mainz, rezensiere ich für Print (Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Freitag, Frankfurter Hefte, mare, Rheinpfalz), für ZEIT online, das Signaturen-Magazin und für den Hörfunk (DLF, SWR, WDR) und schreibe regelmäßig Features (SWR, DLF Kultur).

2026 bin ich in den Monaten März und April Max Kade critic in residence an der Washington University St. Louis.

2025 wurde ich mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet. Nachlesen kann man die Laudatio von Katrin Schuster, Referentin der Direktion der Münchner Stadtbibliothek, hier, meine Dankesrede hier.

Beratend und moderierend gehöre ich seit 2023 zum Team des Poet:innenfests Erlangen.

Seit 2019 bin ich Redakteurin des Kulturteils der Frankfurter Hefte.

Regelmäßig moderiere ich im Hessischen Literaturforum, Frankfurt am Main, in den Literaturhäusern Frankfurt, Freiburg, Stuttgart und Wiesbaden und im Haus für Poesie, Berlin.

Ich gehörte bzw. gehöre folgenden Jurys an:

für den Lyrikpreis Meran (ab 2028);
für den Wortmeldungen-Preis für kritische Kurzprosa der Crespo-Foundation (2026/2027),
für den Arno Reinfrank-Preis (ab 2026),
für den Ingeborg Bachmann-Lyrikpreis (2026),
für die Schillerstiftung (ab 2026),
für den Open Mike 2025 (Vorjury),
für die Vergabe der Aufenthaltsstipendien im Bereich Literatur für das Künstlerhaus Edenkoben (seit 2025),
für den Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt (Lektorat/Vorjury, seit 2024),
für den Bettina-Brentano-Lyrikpreis (seit 2024),
für den Horst-Bienek-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (seit 2024),
für die Villa-Aurora-Stipendien für Literatur, Los Angeles (seit 2024),
für die SWR-Bestenliste (seit 2019),
für den Orphil-Preis der Stadt Wiesbaden (2018-2024),
für den Peter-Huchel-Preis des SWR und des Landes Baden-Württemberg (2019-2022),
für das „Buch des Monats“ Darmstadt (seit 2020),
für den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau (seit 2018),
für den 2019 vergebenen Gertrud-Kolmar-Preis,
sowie in den Jahren 2018 und 2020 bis 2022 für den GWK-Förderpreis Literatur.

Außerdem bin ich Gründungsmitglied des Vereins Poesiekritik international e.V.

An der Justus-Liebig-Universität Gießen, am DLL, dem mediacampus, Frankfurt am Main und in der Berliner Akademie für Lyrikkritik hatte bzw. habe ich Lehraufträge für Literaturkritik und zur Gegenwartsliteratur mit einem Schwerpunkt auf der deutschsprachigen Gegenwartslyrik.

Studiert habe ich in Germanistik, Anglistik und Theater- und Filmwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Freien Universität Berlin.
Dort habe ich im Juni 2000 mein Studium mit einer Arbeit über Paul Celans Büchner-Preis-Rede „Der Meridian“ abgeschlossen.

Nachrichten und Anfragen sind willkommen.

Fremd und vertraut. Unterwegs in Paris mit der Schriftstellerin Anne Weber (7. September 2025, 14:05 Uhr, SWR Kultur)

Ein Paris, wie man es nicht kennt, Streifzüge durch die Banlieue abseits der touristischen Routen. Mit Anne Weber war ich im März 2025 unterwegs auf einer Entdeckungsreise  auf den Spuren ihres 2024 erschienenen Romans „Bannmeilen“.

Nur wenige Kilometer Luftlinie trennen das grelle Heulen der Drogenhändler, die in der Pariser Banlieue vor der Polizei warnen, vom Läuten der Glocken der romanischen Église Saint-Sulpice im vornehmen Quartier de l’Odéon.

Dazwischen liegen Welten.

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„Euch, den Schönen, gilt mein Sinnen unveränderlich.“ Ein Abend zur Rezeption der Dichtung Sapphos (6. Februar 2024, Haus für Poesie, Berlin)

Obwohl Sapphos Werk nurmehr fragmentarisch vorliegt und es keine gesicherten Informationen zu ihrer Biografie gibt, ist die literarische und soziologische Rezeptionsgeschichte enorm. Was zumeist angenommen wird: Im 7. Jahrhundert vor unserer Zeit soll Sappho auf der griechischen Insel Lesbos gelebt haben als Lehrerin oder Leiterin eines Chors oder Kults junger Frauen, mit denen sie erotische Beziehungen gehabt haben soll. Die Literaturwissenschaftlerin Laura Untner stellte für ihre Anthologie literarischer Sappho-Rezeptionen im deutschsprachigen Raum, erschienen 2023 bei Königshausen & Neumann, einen „Ausschnitt aus der Rezeptionsgeschichte einer Ikone der Weltliteratur“ zusammen. Gespräch mit Laura Untner, Ariane von Graffenried und Odile Kennel.