Tove Ditlevsens „Sucht“ stand in den 1980ern im Bücherregal einer guten Freundin. Ich erinnere mich an das Cover, aber nicht mehr daran, ob ich das Buch damals auch gelesen habe. Dass nun die drei Romane, mit denen Ditlevsen den Werdegang ihrer Ich-Erzählerin zur Autorin, aber auch die Härten ihrer Kindheit und Jugend und ihrer Abhängigkeit erzählt, neu übersetzt worden sind, ist sehr löblich. Hier das Lob.
Mely Kiyak „Frau sein“ und Deniz Ohde „Streulicht“ (Januar/Februar 2021, Frankfurter Hefte)
Über zwei Bücher, die über die Bedingungen der Sozialisation von Frauen nachdenken, schreibe ich in den Frankfurter Heften. Mely Kiyaks Bericht ihres Werdegangs zur Autorin und Deniz Ohdes Roman „Streulicht“ lassen sich in gewisser Hinsicht gut vergleichen. Sie zeigen, dass sich etwas getan hat in Sachen Emanzipation, sie zeigen aber auch, dass der Weg, sich aus den lähmenden Fesseln der eigenen Herkunft zu lösen, noch immer gerade Frauen eine Menge Kraft abverlangt. Mehr dazu hier oder im Heft, das auf der Seite bestellt werden oder in gut sortierten Bahnhofsbuchhandlungen erworben werden kann.
Paul Celan („Der Literaturbote“, No. 138, November 2020)
Im Herbst 2019 haben Alexandru Bulucz und ich uns überlegt, wie wir Paul Celan zum 100. Geburtstag gratulieren könnten. Wir kamen auf die Idee, Bekannte und Freunde um Beiträge zu bitten. Ein Jahr später, drei Wochen vor Paul Celans Geburtstag am 23. November konnten wir den Literaturboten weitergeben, in dem auf ganz unterschiedliche Weise über Celans Werk nachgedacht wird. Näheres dazu hier.
Drei Bücher über Trauer und Tod (04. September 2020, Die Republik)
In Gottfried Benns Gedicht „Was schlimm ist“ heißt es in der letzten Strophe:
„Am schlimmsten:
nicht im Sommer sterben,
wenn alles hell ist
und die Erde für Spaten leicht.
Ich habe für das großartige Schweizer Online-Magazin „Die Republik“ im Sommer 2020 drei Bücher gelesen, die über Tod und Sterben nachdenken. Zum Glück im Sommer, denn die Sonne und die Wärme haben es mir zwar anderes leicht gemacht, als es die Sonne mit der Erde für den Spaten tut, aber eben doch leichter. Vor allem das Buch „Mutter. Eine Chronik“ von Melitta Breznik gehört zu den bisher lesenswertesten Büchern, die mir 2020 untergekommen sind. Zum Artikel geht es hier.
„Mein innerer Chor“. Über ein Gedicht von Kerstin Preiwuß (02. Mai 2020, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Es war keine ganz leichte Aufgabe, ein Gedicht aus Kerstin Preiwuß‘ Band „Taupunkt“ für einen Beitrag zur Frankfurter Anthologie auszusuchen, denn die Gedichte gehören jeweils zu Zyklen. Ich wollte aber unbedingt, dass das ausgewählte Gedicht für sich stehen kann, ohne den Zyklus. Hier das Resultat.
