Rosen für alle – Ein neuer Lyrikpreis

Das von Julietta Fix ins Leben gerufene Literaturportal Fixpoetry schreibt einen Lyrikpreis aus, der sich ausschließlich an Lyrikerinnen richtet. Gewidmet ist der Preis der vermutlich Anfang März 1943 in Auschwitz ermordeten Lyrikerin und Schriftstellerin Gertrud Kolmar. Die Ausschreibung erfolgt im November 2018 bei Fixpoetry.

Gemeinsam mit Esther Dischereit:  Lyrikerin, Essayistin, Theater – und Hörstückautorin, Professorin an der Universität für angewandte Kunst in Wien, Nefeli Kavouras:  Kulturwissenschaftlerin, Schreibtrainerin, Olga Martynova: Lyrikerin, Essayistin, Übersetzerin, Bachmann Preisträgerin 2012 und Insa Wilke: Literaturkritikerin, Gutenbergs Welt (WDR3), lesenswert (SWR Fernsehen), Alfred Kerr Preis 2014, Bachmann Preis Jurorin seit 2018 werden wir eine Preisträger ausfindig machen.

Der Preis wird im September 2019 in Hamburg verliehen. Gefördert wird der Preis vom  Elbkulturfonds! Näheres hier.

Zeitschriftenumschau für den Literaturport

Stimmt es tatsächlich, dass Fachzeitschriften kaum mehr gelesen werden? Ich kann mir das kaum vorstellen, denn ich bin ein totaler Fan von literarischen Fachzeitschriften, von akzente bis Volltext. Für die Zeitschriftenumschau auf Literaturport habe ich mir vier ausgesucht, mit denen ich in besonderer Weise verbunden bin. Die Gründe dafür kann man hier nachlesen, um sich dann den Zeitschriften selbst zu widmen.

Münchner Lyrikpreis, 1. Vorrunde (Freitag, 20. Juli 2018)

Der 20. Juli ist ein gutes Datum für eine Jurysitzung, in diesem Fall ist es die Sitzung der 1. Vorrunde für den Lyrikpreis München, der 2018 wieder vom Lyrikpreis München e.V. ausgeschrieben wird. Es gibt in diesem Jahr zwei Vorrunden, im Oktober die Finallesung. In der ersten Vorrunde sitzen Michael Braun, Axel Sanjosé und ich in der Jury.

Die Vorjury, bestehend aus Karin Fellner, Markus Hallinger und Ulrich Schäfer-Newiger hat zur 1. Vorrunde eingeladen:

Kathrin Bach (Berlin)
Yevgeniy Breyger (Frankfurt a.M.)
Udo Kawasser (Wien)
Armin Steigenberger (München)
Elisa Weinkötz (Berlin)

Lea Sauer (Leipzig)

kann die Einladung nicht annehmen, da sie verhindert ist.

Die Lesung findet statt am 20. Juli 2018, um 19:30 im Münchner Literaturbüro, Milchstraße 4.

Die Moderation übernimmt Tristan Marquardt.

Die Modalitäten sind besondere, denn, so liest man auf der Webseite,  „der  Lyrikpreis München zeichnet sich durch den Dialog- und Werkstattcharakter der Wettbewerbslesungen aus. Er wendet sich explizit gegen den allgemeinen Usus, die den Lesenden eine Art »Schweigepflicht« auferlegt. Die Teilnehmenden sind ausdrücklich aufgefordert, sich an den Diskussionen über ihre Texte zu beteiligen und dabei konkrete Einblicke in ihre poetologischen und kompositorischen Überlegungen zu geben.“
Folglich diskutieren die Juror/inn/en mit den Autor/innen, und richten ihre Gedanken und die Kritik als Dialog-Beitrag (Frage, Vermutung, These) an die/den jeweiligen Autor/in. Das Publikum ist eingeladen, sich am Gespräch zu beteiligen.
Inzwischen haben wir die Lesungen gehört, allesamt waren eindrucksvoll, die Texte sehr unterschiedlich. Dass wir uns schließlich darauf geeinigt haben, Kathrin Bach und Yevgeniy Breyger ins Finale für den Münchner Lyrikpreis 2018 zu schicken, bedurfte langer Diskussionen, denn alle der Beitragenden vertreten ästhetische Konzepte mit je sehr eigenem Ton. Es war spannend und lehrreich, in der Jury mitmachen zu dürfen, dabei vor Publikum zu einem Urteil zu kommen, nicht grade die leichteste Übung.

Feine Geister: Über Sibylla Vričić Hausmanns „3 Falter“ (WDR 3, Gutenbergs Welt, Samstag, 21. Juli 2018)

Insa Wilke ist eine beschlagene Kritikerin, gewitzte Jurorin, sorgsame und für Neues offene Redakteurin. Und sie kennt sich aus, wenn es um Lyrik geht, weswegen sie in der tollen Sendung „Gutenbergs Welt“ regelmäßig eine Folge mit Lyrik-Schwerpunkt gestaltet. Für die Folge „Feine Geister“ , die am 21. Juli 2018 ausgestrahlt wird, habe ich Sibylla Vričić Hausmanns Debutband „3 Falter“ (Poetenladen, Leipzig 2018) besprochen. Den Link zum Nachhören gibt es demnächst hier.

Kritik und Melancholie (Literaturblatt, Juli/August 2018)

„Ein Autor soll ein Werk schaffen“, so zititiert Andreas Maier den Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld. Und hält sich daran, indem er ein Werk schafft. Ausgehend von dem sechsten Band seines mehrteiligen Romanprojekts „Ortsumgehung“ habe ich mich mit wachsender Begeisterung weitgehend durch die bisher erschienenen Bücher des Autors gelesen und in diesem Kontext ein kleines Porträt über die „Ortsumgehung“ für das Literaturblatt Baden-Württemberg geschrieben. Lesen kann man es hier.