Joshua Cohen: Buch der Zahlen (25.02.2018, Gutenbergs Welt, WDR3)

Wer immer dachte, „supercalifragisticexpialidocious“ sei ein langes Wort – hier wird mehr geboten! Zwar kein Adjektiv, sondern ein Substantiv, das im Wortlängencontest natürlich insofern mogelt, als man ja mit Substantiven Komposita basteln kann, die gegen Unendlich gehen. Wie auch immer.
Der 1980 geborene Joshua Cohen ist ein unglaublich geschickter Sprachbastler, der sich seinem „Buch der Zahlen“ an einer Stelle dann eben auch genau diese Besonderheit aus der deutschen Sprache herausgreift, für die ich sie besonders schätze, nämlich Komposita zu bilden. Aus Joshua Cohens „socialistcommunistworkerhousingbalconiesarefalling“ (rund fünfzig Buchstaben) wird dann in der deutschen Übersetzung von Robin Detje auf Seite 728 zu „sozialistischkommunistischearbeiterwohnstattbröckelbalkone“ (57 Buchstaben). Insa Wilke hat mich in „Gutenbergs Welt“ eingeladen. In unserem Gespräch ging es auch um die Zahl Vierzig, die in Cohens Roman auch eine wichtige Rolle spielt, wie überhaupt dieser streckenweise glanzvoll aufregende und streckenweise glanzvoll langweilige Roman auf vielen verschiedenen Ebenen das Spannungsfeld von Worten und Zahlen auslotet und sich damit auch in die Tradition jüdischer Mystik stellt.
Zur Sendung geht es hier.

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