Über mich

Willkommen!

Diese Seite gibt Ihnen einen Überblick über meine Arbeit als Literaturkritikerin, Jurorin und Moderatorin. Sie soll außerdem sukzessive mein Textarchiv zugänglich machen. Leider komme ich nur selten dazu, frühere Artikel hier einzustellen.

Nach Stationen im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bei der Berliner Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, dem Neuen Tag in Weiden und der Zeitschriftenredaktion von Schott Music in Mainz, rezensiere ich heute für Print und  Hörfunk, arbeite als Moderatorin und bin im Jahr 2018 Mitjurorin für den Orphil-Preis der Stadt Wiesbaden, den Münchner Lyrikpreis, den GWK-Förderpreis und ab 2019 für den zum ersten Mal vergebenen Gertrud-Kolmar-Lyrikpreis. Ich bin außerdem Mitglied im Redaktionsbeirat der Frankfurter Hefte.

Über Nachrichten und Anfragen freue ich mich. Kontaktieren Sie mich gerne.

20 Jahre Schreibkraft – Das Feuilletonmagazin (20. November 2018; Forum Stadtpark, Graz)

Anlässlich der Zwanzigjahrfeier lädt das Feuilletonmagazin „Die Schreibkraft“ ins Grazer Forum Stadtpark.

Vor zehn Jahren hab ich dort das erste und einzige Grazer Lesestipendium zelebriert, das war so schön! Und nun darf wieder hin, als Mitdiskutantin zur Lage der Literatur unter dem Motto „Geht’s noch?“

Ich freu mich, bin ein wenig nostalgisch — „Ach, das waren glückliche Tage“.

Hier die Infos zur Veranstaltung:

Geht`s noch? 20 Jahre edition schreibkraft
Dienstag, 20. November 2018 von 20:00 bis 23:00 im

FORUM STADTPARK

Stadtpark 1, 8010 Graz

Es lesen Christoph Dolgan, Tanja Paar, Cordula Simon
Es spielen Die Rabtaldirndln
Es diskutieren Margitt Lehbert (Verlegerin, edition rugerup, Berlin), Tanja Paar (Schriftstellerin, Wien), Andreas R. Peternell (schreibkraft-Redakteur, Graz), Jorghi Poll (Verleger, edition atelier, Wien), Beate Tröger (Journalistin und Moderatorin, Frankfurt/Main)
Es moderiert Thomas Wolkinger
Es wird gegessen Geburtstagstorte

Ina Hartwig: Wer war Ingeborg Bachmann (Der Freitag)

Nun ist das Buch nicht erschienen: Es ist eindrucksvoll, überraschend, überaus reflektiert, im Ton zugleich skrupulös und selbstbewusst, welch eindrucksvolle Kombination. Du, glückliches Frankfurt, hast eine Kulturdezernentin, die weiß, dass Kultur das Unterschiedene braucht, liebt, fördern muss. Meine Besprechung des Bandes für den FREITAG kann man nachlesen, und zwar hier!

Tiefsinniges Tischgespräch, zufällig mitgehört.

Freitagmittag, in der Bahnkantine, Hauptbahnhof Frankfurt am Main

Sie sind zu dritt. Wie aus ihrem Gespräch hervorgeht, sind sie Lokführer, alle so an die Sechzig, sie sehen handfest aus, tragen Dienstuniformen und haben ihre Arbeitsrucksäcke bei sich.
Sie teilen sich drei aneinander gereihte, tresenartige Kantinentische.
Sprecher 1 und 2 sitzen sich an Tisch 1 und 2 schräg gegenüber. Sprecher 3, mit Akzent, der ostdeutsche Herkunft vermuten lässt, mit gelocktem, angegrautem Vokuhila, Vollbart und eckiger Brille mit selbsttönenden Gläsern, sitzt am äußersten Rand des dritten Tisches, so dass sie SEHR laut miteinander reden müssen, um sich zu verständigen.
Freitag ist Fischtag. Also essen sie Fisch, die drei. Den Freitagskantinen-Klassiker: paniert, mit Kartoffelsalat in Essig-Öl-Marinade und Joghurt-Dip. Zitronenscheibchen gibt’s nach Wahl dazu. Das Gericht läuft  unter der Rubrik „Job & Fit“ (was eine gewisse Rolle für seine Zubereitung gespielt hat, wie wir noch erfahren werden):

Sprecher 1 (kaut und schluckt ein Stück Fisch): „Wie Moltofill schmeckt das in der Mitte, wie Moltofill!“

Sprecher 2: „Es liegt daran, dass sie das Zeug im Dampfgarer zubereiten. Damit es gesünder ist.“

Sprecher 3: „Es schmeckt nicht. Man muss es richtig braten, es muss heiß sein, dann schmeckst und merkst du die Mehlschicht zwischen dem Fisch und der Panade nicht.“
(Pause, kaut)
„Was ist Moltofill?“

Schweigen.

Sprecher 1 (leicht vorwurfsvoll): „Du kennst Moltofill nicht?!“

Sprecher 3: „Nein.“

Sprecher 2: „Das ist ein altdeutsches (sic!) Zeug, das hier jeder benutzt.“

Sprecher 1: „Kriegst du in jedem Baumarkt. So ein Pulver zum Anrühren. Gips. Für Spachtelmasse. Kannst Du alles mit befestigen: Balkongeländer im Boden, Dübel in der Wand.“

Sprecher 2: „Ist altdeutsch. Was Persil unter den Waschmitteln, ist Moltofill unter den Gipspulvern. Damit kriegst du alles fest. Kennt jeder.“

Sprecher 3 (will jetzt auch endlich mal Kennerschaft beweisen): „Also, die können es hier nicht. Egal, was ich esse, es schmeckt einfach nicht. Also: Das beste Öl zum Braten, ist Kokosöl. So gesund. Das Beste! Und du kannst es für alles verwenden, es beliebig erhitzen, so heiß, wie du willst. Es sieht übrigens garnicht aus wie Öl. Es ist fest, wie Wachs. Wie Paraffin eigentlich. Aber man sagt Öl dazu. Und wisst ihr, warum?“ (triumphierend): „Ich hab da eine Sendung gesehen. Da, wo es herkommt, ist es so warm, dass es flüssig ist. Aber hier, hier ist es zu kalt. Da wird es fest. Aber du kannst es für alles verwenden. Nur stinkt es nachher im ganzen Haus nach Kokos. Überall. Also, am besten man nimmt es zum Grillen, da ist man ja eh draußen.“

***

Fassen wir zusammen: Eigentlich kann man fast alles für fast alles verwenden. Doch während die Globalisierung an dieser Stelle einen Triumph verbuchen kann (Kokosöl), gibt es in Sachen Wiedervereinigung auch nach beinahe drei Jahrzehnten noch immer Nachholbedarf (Moltofill).

Bücherherbst 2017: Journalistenprosa

„Das deutsche Krokodil“ von Ijoma Mangold gelesen. Und dann noch „Keinland“ von Jana Hensel. Bei der Lesung von „Sieben Nächte“ von Simon Strauss gewesen. Die nächste Neuerscheinung, die ich lese, suche ich mir nach einem einzigen k.o.-Kriterium aus: Sie darf nicht von einem/r Journalisten/-in stammen.