Die Mayröcker-Variationen / „1 Häufchen Blume 1 Häufchen Schuh“ (Der Literaturbote, Oktober 2018)

Björn Jager, Leiter des Hessischen Literaturforums im Mousonturm, hatte zu Beginn des Jahres 2018 die Idee, eine Ausgabe des Literaturboten Friederike Mayröcker zu widmen. Ausgangspunkt für die „Mayröcker-Variationen“ ist ein Text, den die Autorin extra für die Zeitschrift geschrieben hat. Auf seiner Folie  sind zahlreiche Gedichte und Prosatexte entstanden. Ich habe den Essay „1 Häufchen Blume,  1 Häufchen Schuh“ beigesteuert.

Mayröckers Text kam in einer schönen kühlen Woche und stand nachher wochenlang auf einer Buchstütze auf meinem Schreibtisch. Als ich mit dem Schreiben des Essays anfing, lag die tägliche Durchschnittstemperatur bei 30 Grad. Ich habe also bei der Arbeit daran viel geflucht, einmal sogar wild geheult, weil mein Hirn bei der Hitze einfach nicht schnell genug denken, das sich entladende Gewitter, das ich sehnsüchtig in der Hoffnung aus Abkühlung heraufziehen sehen hatte, nur noch unerträglichere Luft verursachte. Sie war nicht mehr nur heiß, sondern auch noch feucht.

Nun ist es kühl und ich erinnere mich frisch an die Auseinandersetzung mit Mayröckers Text, dessen Energie der Autorin ihm aus jeder Zeile abzulesen ist. Und die Hitze ist vergessen, man schafft ja doch meistens, was man sich vorgenommen hat. Ob es den anderen Autor*innen beim Schreiben auch so warm war? Wer weiß.

Wer die vielgestaltigen Beiträge nachlesen will,  bestelle das Heft hier.

Annie Ernaux: Erinnerung eines Mädchens (Fixpoetry, 24. Oktober 2018)

Es nur wenige Bücher, die ich mit allergrößtem Nachdruck immer wieder und weiter empfehlen kann. Zu diesen Büchern gehört „Die Jahre“ von Annie Ernaux, das im Herbst 2017 in der hervorragenden Übersetzung von Sonja Finck erschienen ist. Nun hat Finck ein weiteres Buch von Annie Ernaux übersetzt: „Erinnerung eines Mädchens“. Meine Besprechung für Fixpoetry kann man hier nachlesen.

Ina Hartwig: Wer war Ingeborg Bachmann (Der Freitag)

Nun ist das Buch nicht erschienen: Es ist eindrucksvoll, überraschend, überaus reflektiert, im Ton zugleich skrupulös und selbstbewusst, welch eindrucksvolle Kombination. Du, glückliches Frankfurt, hast eine Kulturdezernentin, die weiß, dass Kultur das Unterschiedene braucht, liebt, fördern muss. Meine Besprechung des Bandes für den FREITAG kann man nachlesen, und zwar hier!

Porträt Kerstin Preiwuß (Literaturblatt Baden-Württemberg)

Vor Jahren habe ich für den Freitag den zweiten Gedichtband von Kerstin Preiwuß besprochen, seitdem verfolge ich die Veröffentlichung Ihrer Gedichtbände und Romane. Mit „Nach Onkalo“ stand Preiwuß auf der diesjährigen Longlist zum Deutschen Buchpreis, und ich muss sagen, ich hätte es berechtigt gefunden, sie auch auf die Shortlist zu nehmen. Es geht mit dabei nicht um die Platzierung auf einer ja immer in gewisser Weise willkürlichen und subjektiven Liste, sondern darum, die Aufmerksamkeit auf eine Autorin zu richten, deren Umgang mit Sprache, deren Charakterisierung ihrer Figuren weit aus dem herausragen, was derzeit als Belletristik mit Anspruch gehandelt wird. Preiwuß‘ Sprache reflektiert sich im Moment des Vollzugs in ungewohnter und eindrucksvoller Weise.
Für das Literaturblatt Baden-Württemberg habe ich einen Artikel über Preiwuß‘ bis dato erschienene Roman- und Gedichtbände geschrieben, nachzulesen ist es hier.

Ijoma Mangold: Das deutsche Krokodil (Rowohlt)

Für das Literaturblatt Baden-Württemberg habe ich eine kurze Besprechung zu Ijoma Mangolds „Das deutsche Krokodil“ geschrieben. Ein merkwürdiges Buch, das zwischen Autobiographie, soziologischem Selbstversuch und Bildungsroman määndriert. Ich habe ziemlich dran herumgekaut, aber zugleich fasziniert immer weitergelesen. Brüchige Bücher bleiben lange im Gedächtnis und lassen sich unter Umständen gut disktuieren. Das hier gehört dazu.